Urteil im Depp-Heard-Prozess: Amber Heard geht laut Anwältin in Berufung – „Einige ausgezeichnete Gründe“ (2023)

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Von: Franziska Schwarz

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Eine Entscheidung im Prozess um Johnny Depp und Amber Heard ist gefallen. Beide Seiten wurden schuldig gesprochen und kassieren Strafen - Heard will nun in Berufung gehen.

  • Amber Heard gegen Johnny Depp: Die Welt schaut auf den Gerichtsprozess des Jahres.
  • Die Jury hat entschieden: Beide Seiten werden schuldig gesprochen. Heard erwischt es aber deutlich härter als Depp.
  • Nach dem Urteilsspruch gibt es erste Statements von Depp und Heard.

Update vom 02. Juni, 16.09 Uhr: Geht die Gerichts-Schlammschlacht zwischen Johnny Depp und Amber Heard nun doch noch weiter? Ein neues Kapitel wird es offenbar noch geben. Denn Heard will in Berufung gehen. Das kündigte ihre Anwältin Elaine Bredehoft in der NBC-Sendung „Today“ an. Laut Bredehoft wolle Heard „unbedingt“ Berufung gegen das am Mittwochabend (MESZ) gesprochene Urteil einlegen und sprach von „einigen ausgezeichneten Gründen“ dafür.

Urteil im Depp-Heard-Prozess: Amber Heard geht laut Anwältin in Berufung – „Einige ausgezeichnete Gründe“ (1)

Update vom 02. Juni, 6.39 Uhr: Die Schlammschlacht zwischen Johnny Depp und Amber Heard endete mit einem weitgehenden Sieg für den Schauspieler. Doch der „Fluch der Karibik“-Star war gar nicht vor Ort. Nur sein Anwaltsteam war vertreten. Depp war nach dem Prozessende für Konzertauftritte mit dem Rockgitarristen Jeff Beck nach England gereist. Am Tag der Urteilsverkündung wurde er mit Musikern in einem Pub in Newcastle gesichtet, wie britische Medien berichteten.

(Video) Nach Prozess: Wie geht es bei Johnny Depp und Amber weiter?

Das Urteil der Jury – fünf Männer und zwei Frauen – kam nach dreitägigen Beratungen. Im Kern der von Depp eingereichten Zivilklage ging es um einen 2018 von der Washington Post veröffentlichten Kommentar, in dem sich Heard als Opfer häuslicher Gewalt beschrieb. Depp wurde darin von ihr zwar nicht namentlich genannt, aber der Schauspieler sah sich als Opfer von Falschaussagen gebrandmarkt und klagte wegen Verleumdung auf 50 Millionen Dollar Schadenersatz. Heard holte zur Gegenklage mit einer 100 Millionen Dollar-Forderung aus. Sie machte geltend, dass Depps Ex-Anwalt Adam Waldman mit einer Schmutzkampagne ihrem Ansehen geschadet habe.

Die Urteilsfindung drehte sich um komplizierte Rechtsfragen wie Redefreiheit, Vorsatz oder Rufschädigung – aber ebenso standen die Glaubwürdigkeit der Hollywood-Stars und die gegenseitigen Missbrauchsvorwürfe auf dem Prüfstand.

Amber Heard schuldig gesprochen, auch Depp kassiert Millionen-Strafe - beide Seiten äußern sich nach Urteil

Update vom 01. Juni, 22.31 Uhr: Nach dem Prozess äußern sich die Protagonisten: „Die Enttäuschung, die ich heute fühle, kann man nicht in Worte fassen“, schriebAmber Heardam Mittwoch via Kurznachrichtendienst Twitter. Dass die Jury ihr trotz eines „Bergs an Beweisen“ größtenteils nicht geglaubt habe, breche ihr Herz. Zudem sehe sie das Urteil als einen „Rückschritt“ für andere Frauen in ähnlicher Situation. „Ich bin traurig, dass ich den Prozess verloren habe. Aber ich bin noch trauriger, dass ich anscheinend ein Recht verloren habe, von dem ich davon ausgegangen war, dass ich es als Amerikanerin habe - frei und offen zu sprechen.“

Hollywood-Star Johnny Depp bedankte sich bei der Jury und seinem Anwaltsteam. „Diese Jury hat mir mein Leben zurückgegeben“, hieß es in einer Mitteilung von Depp am Mittwoch. „Das Ziel, diesen Prozess voranzubringen, war von Anfang an, die Wahrheit ans Licht zu bringen - egal wie es ausgehen würde. Die Wahrheit zu sagen war etwas, was ich meinen Kindern und all denjenigen, die mich immer unterstützt haben, geschuldet habe. Jetzt wo ich das geschafft habe, fühle ich eine inneren Frieden in mir.“ Für ihn habe nun ein neues Kapitel in seinem Leben begonnen. „Das Beste kommt erst noch.“

Depp-Heard-Prozess: Amber Heard schuldig gesprochen - auch Depp kassiert Strafe

Update vom 01. Juni, 21.55 Uhr: Im Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp und dessen Ex-Frau AmberHeardhaben die Geschworenen beide Seiten wegen Verleumdung schuldig gesprochen.Die Jury sprach Depp Schadenersatz in Höhe von zehn plus fünf Millionen Dollar zu, letztere Summe reduzierte die Richterin aufgrund entsprechender Regulierungen im Bundesstaat Virginia auf 350 000 Dollar.Heardsprach die Jury Schadenersatz in Höhe von zwei Millionen Dollar zu. Letztendlich mussHearddem Urteil zufolge folglich 8,35 Millionen Dollar (knapp 8 Millionen Euro)an Depp zahlen. Eine Berufung in dem Fall gilt als wahrscheinlich. Heardhatte ihrem Ex-Mann häusliche Gewalt vorgeworfen, Depp wiederum beschuldigte sie, immer wieder gewalttätig geworden zu sein.

Die Verkündung des Urteils hatte sich zuvor verzögert, weil die Jury den von ihr als angemessen betrachteten Schadenersatz nicht auf dem entsprechenden Formular eingetragen hatte.Heardverfolgte die Urteilsverkündung ganz in Schwarz gekleidet vor Gericht, sie war in Begleitung ihrer Schwester zum Gericht gekommen. Depp zeigte sich nicht. Vor dem Gericht hatten sich zahlreiche Schaulustige und Fans vor allem von Depp versammelt, die nach dem Urteil in Jubel ausbrauchen und „Johnny, Johnny“ riefen.

Urteil im Depp-Heard-Prozess: Amber Heard geht laut Anwältin in Berufung – „Einige ausgezeichnete Gründe“ (2)

Update vom 01. Juni, 21.25 Uhr: Das Urteil lautet: Amber Heard wird der Verleumdung gegen Johnny Depp schuldig gesprochen! Das entschied die siebenköpfige Jury am Mittwochabend nach insgesamt 13-stündigen Beratungen. Das Geschworenengericht in Virginia sprach dem Schauspieler Depp außerdem 15 Millionen Dollar zu.

Update vom 01. Juni, 21.21 Uhr: Zunächst werden alle Anklagepunkte vorgelesen, dann folgt das finale Urteil. Aufgrund der vielen Punkte dauert dies einen Moment.

Update vom 01. Juni, 21.18 Uhr: Die Richterin ist zurück im Saal, das Urteil wird jetzt verlesen!

Update vom 01. Juni, 21.04 Uhr: Der Gerichtssaal ist gefüllt, die Urteilsverkündung wird mit Spannung erwartet. Gegen 21 Uhr sollte es los gehen, es dürfte also nur noch wenige Momente dauern. Allerdings gab es offenbar eine Panne bei einem Dokument, weshalb es eine kurze Verzögerung gibt.

Update vom 01. Juni, 20.08 Uhr: Im Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star JohnnyDeppund seiner Ex-Frau AmberHeardhaben sich die Geschworenen auf ein Urteil geeinigt. Das Urteil soll laut einer Gerichtssprecherin am Mittwoch um 15.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) verkündet werden. Die Entscheidung der siebenköpfigen Jury in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia fiel nach insgesamt 13-stündigen Beratungen an drei Tagen.

Depphatte seine Ex-Frau auf 50 Millionen Dollar (rund 47 Millionen Euro) Schadenersatz verklagt, nachdem sie ihn in einem Zeitungsbeitrag der häuslichen Gewalt bezichtigt hatte.Heardreichte Gegenklage ein und verlangte doppelt so viel Schadenersatz.

Der sechswöchige Gerichtsprozess war live im Internet übertragen und von einem Millionenpublikum verfolgt worden. In dem Verfahren hatteHeardihrem Ex-Mann vorgeworfen, sie immer wieder misshandelt und auch sexuell missbraucht zu haben.Deppwies die Vorwürfe vehement zurück und beschuldigte stattdessenHeard, immer wieder gewalttätig geworden zu sein.

Urteil im Depp-Heard-Prozess: Amber Heard geht laut Anwältin in Berufung – „Einige ausgezeichnete Gründe“ (3)

Erstmeldung: Fairfax - Geht der Prozess zugunsten von Johnny Depp oder Amber Heard aus? Die Schlussplädoyers sind verlesen, nun beraten die sieben Geschworenen - allein am 31. Mai ganze sieben Stunden. Dabei stellten sie Richterin Penney Azcarate eine Frage, die Beobachter aufhorchen ließ. Sie betraf Heards Gastbeitrag in der Washington Post.

In dem Artikel aus dem Jahr 2018 bezeichnete sich die heute 36-Jährige als Opfer häuslicher Gewalt und schrieb unter anderem:

  • „Ich habe mich gegen sexuelle Gewalt ausgesprochen und den Zorn unserer Gesellschaft abbekommen. Das muss sich ändern“ (das war die Überschrift).
  • „Vor zwei Jahren wurde ich eine öffentliche Figur, die für häuslichen Missbrauch steht.“
  • „Ich hatte die seltene Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, wie Männer, denen Gewalt vorgeworfen wird, von Institutionen geschützt werden.“

Soll die Geschworenen-Jury dabei die Überschrift für sich allein stehend als „falsche“ oder „richtige“ Aussagen bewerten – oder als Teil des ganzen Artikels?, war die Frage. Die Antwort: Getrennt.

Heards Anwalt hatte in seinem Schlussplädoyer betont, dass die Aussagen in dem Washington-Post-Beitrag wahr seien – unabhängig davon, ob die Geschworenen alle Vorwürfe Heards vor Gericht glauben. Heard war von 2015 bis 2017 mit Depp verheiratet und hatte ihn 2016 der häuslichen Gewalt bezichtigt und die Scheidung eingereicht. Heard nannte Depp in ihrem Washington-Post-Artikel nicht namentlich.

Depp vs. Heard: Diese Punkte beraten die Geschworenen

Die sieben Geschworenen sollen sich nach Informationen der New York Post nun unter anderem in diesen Fragen einigen:

  • Ob sich die Überschrift und die zwei oben zitierten Textpassagen auf Depp beziehen.
  • Ob sie sachlich falsch sind.
  • Ob sie „implizit verleumderisch“ („defamatory implication”)seien.
  • Ob Heard mit ihren Aussagen die Absicht verfolgte, ihrem Ex-Mann zu schaden.
  • Ob Heard den Artikel mit „vorsätzlicher Heimtücke“ („actual malice“) schrieb.

Johnny Depp und Amber Heard vor Gericht: Einschätzungen und Prognosen

Das ist nun der interessante Punkt:Sollten die Geschworenen zu dem Schluss kommen, dass sich Heards Aussagen nicht unmissverständlich auf Depp beziehen – er wird ja nicht namentlich genannt –, könnte es vorbei sein mit seiner Schadenersatzklage wegen Verleumdung.

Die texanische Zivilrichterin Katherine Lizardo sagte der New York Post indes, es sei „zu früh für Schlussfolgerungen“ dazu, zu welcher Ansicht die Geschworenen-Jury neige. Sie meinte gegenüber dem Blatt aber, dass ihre Nachfrage einen Vorteil für Depp bedeuten könnte, denn „falls sie zu dem Schluss kommen, dass er sie nicht sexuell missbraucht hat, dann wären ihre Aussagen in dem Artikel verleumderisch“.

Und der Verteidigungsanwalt Halim Dhanidina sagte der New York Post, die Nachfrage der Geschworenen zeige, dass sie sich nun auf „spezifische Aspekte von Verleumdung“ konzentrieren – zu viel in ihre Nachfrage hineinzuinterpretieren sei allerdings wie „Kaffeesatz lesen“. Zumindest zeige die Nachfrage aber, dass die Laienrichter ihr Bestes geben wollen.(frs)

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FAQs

What did the judge say about Amber Heard and Johnny Depp? ›

In a written order, Judge Penney Azcarate rejected all of Heard's claims and said the juror issue specifically was irrelevant and that Heard can't show she was prejudiced. “The juror was vetted, sat for the entire jury, deliberated, and reached a verdict.

What is the final judgment of Johnny Depp and Amber Heard? ›

Earlier this month, the seven-person tribunal found the Aquaman actress guilty on three counts of defamation and, as a result, Depp was awarded a compensatory $10 million and $5 million in punitive damages. His ex-wife, however, was awarded $2 million in compensatory damages from her $100 million countersuit.

How will Amber pay Johnny? ›

Amber Heard will pay Johnny Depp $1 million to settle their long-running legal battle, in which each accused the other of domestic violence. The sum is a significant reduction from the $8.35 million she was ordered to pay after a six-week trial in Virginia earlier this year.

What did the judge deny Johnny Depp? ›

A judge rejects setting aside the verdict for Johnny Depp against Amber Heard A Virginia judge on Wednesday rejected an effort by actress Amber Heard to set aside the $10 million judgment awarded against her in favor of her ex-husband, Johnny Depp.

How much did Amber take from Johnny? ›

US actress Amber Heard will pay Johnny Depp $1m (£820,000) in a settlement of their defamation suit, lawyers for Mr Depp told the BBC.

Was the Depp verdict unanimous? ›

The jurors' unanimous decision on Wednesday capped a seven-week trial in a Virginia courtroom which featured dozens of witnesses and experts weighing in on whether Depp was abusive to Heard – or vice versa – during their 15-month marriage.

Does the judge or jury decide Johnny Depp? ›

The jury found that Johnny Depp, through his lawyer Adam Waldman, defamed Amber Heard on one count of three. She was awarded $2 million in compensatory damages and $0 in punitive damages. Heard had countersued Depp for $100 million.

Was Amber Heard's countersuit thrown out? ›

Depp's team attempted to have Heard's $100 million countersuit dismissed. The judge ruled against the motion, saying it is up to the jury to determine the weight of the evidence presented.

What did judge say about Amber Heard? ›

A judge on Wednesday rejected Amber Heard's request for the high-profile defamation case involving her and her ex-husband, Johnny Depp, to be declared a mistrial. Heard lost to Depp last month. “There is no evidence of fraud or wrongdoing,” Judge Penney Azcarate stated in the court order.

What did the court say about Johnny Depp? ›

On June 1, the jury reaches a verdict. The jury unanimously finds that Heard defamed Depp, awarding him $5 million in punitive damages and $10 million in compensatory damages.

What did the UK judge say about Johnny Depp? ›

High Court Justice Andrew Nicol ruled in November that allegations against Depp, made in a April 2018 article, were “substantially true.” The judge ruled that Depp, 57, assaulted Heard, 34, on a dozen occasions and put her in fear for her life three times.

What did Johnny Depp's texts about Amber Heard say? ›

Heard's attorneys presented some of the text messages last month during testimony from Depp, as the focus of cross-examination turned to the “Pirates” actor's drug use and texts he sent referring to Heard as an “idiot cow,” “worthless hooker” and “filthy whore.”

Why did judge deny Amber Heard? ›

Her lawyers cited multiple factors, including an apparent case of mistaken identity with one of the jurors. In a written order, Judge Penney Azcarate rejected all of Heard's claims and said the juror issue specifically was irrelevant and that Heard can't show she was prejudiced.

Is Amber Heard able to appeal the verdict? ›

After a motion for a mistrial was denied, Heard's team filed to appeal the verdict last month. "We believe the court made errors that prevented a just and fair verdict consistent with the First Amendment," a spokesperson for the actress said.

Why does Johnny Depp talk like that in court? ›

It may have appeared like the actor uttered lines with a stutter due to the manner he spoke throughout the defamation trial. The actor struggled to get certain phrases out, but this could be because he was uncomfortable speaking publicly about sensitive subject matter like abuse.

Who won the defamation case? ›

Johnny Depp wins defamation lawsuit, Amber Heard ordered to pay $15 million | Hollywood - Hindustan Times.

Why was Johnny not at the verdict? ›

Johnny has been present for every part of the trial, but he was absent during the verdict. The Pirates of the Caribbean actor was across the pond in London for work commitments. A source told People magazine on June 1, 2022, “Due to previously scheduled work commitments made before the trial, Mr.

Who is the judge handling Johnny Depp? ›

Judge Penney Azcarate took control of her courtroom Monday as Johnny Depp's redirect testimony got rolling, essentially telling the fans who managed to get seats in the defamation trial to keep their mouths shut.

Did Johnny Depp say he would burn Amber? ›

Taking the stand for a fourth day, Mr Depp responded to questions about a 2013 text exchange with British actor Paul Bettany. "Let's burn her," Mr Depp had written. "Let's drown her before we burn her." He then made a further obscene suggestion "to make sure she is dead".

How did Amber Heard's lawyers get Johnny Depp's texts? ›

Heard's lawyer presented graphic texts he said were sent from Depp to a former personal assistant. Depp claimed Heard's lawyer "screwed with" the texts, and said the lawyer could have "typed it up."

What did Amber say Johnny did with a bottle? ›

During the trial, Amber Heard claims Johnny Depp sexually assaulted her with a liquor bottle.

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Author: Jonah Leffler

Last Updated: 12/23/2022

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